Kindergruppe im Bürgerhaus e.V.

Willkommen

Stand 03/2015

Die Kindergruppe im Bürgerhaus e.V. ist eine Elterninitiative. Seit knapp 40 Jahren ist sie als Verein organisiert.

Die Kinder zwischen 2 und 6 Jahren werden in zwei altersgemischte Gruppen á 15 Kinder durch je zwei Erzieherinnen betreut.

Durch die kleine Gruppengröße sind individuelle und gute Rahmenbedingungen für die Kinderentwicklung geschaffen.

Die Mischung aus Ritualen, freiem Spiel und gemeinsamen Aktionen beider Gruppen und die Nähe zum Bordesholmer See und dem Wald ermöglichen eine naturnahe ganzheitliche Betreuung und ein gutes soziales Lernen der Kinder in der Klein- und Großgruppe.

Die vorliegende Konzeption des Kindergartens der Kindergruppe im Bürgerhaus e.V. in Bordesholm hat zweierlei Funktion:

Die Grundlage für die pädagogische Arbeit ist der im Kindertagesstättengesetz von Schleswig-Holstein festgelegte Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrag. Wir folgen darin den gesetzlichen Vorgaben, wonach Kinderbetreuungseinrichtungen aufgefordert sind, pädagogische Ziele zu formulieren und in einer Konzeption darzustellen.

Die Elterninitiative der Kindergruppe im Bürgerhaus e.V. ist mit ihrem mittlerweile über 30 Jahre währenden Bestehen einer der traditionsreichsten Kindergärten am Ort und gleichzeitig einer der unkonventionellsten.

Durch den großen Anteil der Eltern an der aktiven Gestaltung des Kindergartenlebens ist es möglich, viele Projekte und Aktivitäten ausserhalb der Kindertagesstätte durchzuführen.


Ohne Eltern geht es nicht!

Als Verein brauchen wir die Mithilfe und das Engagement aller Eltern. Wir treffen und regelmäßig auf Elternabenden und besprechen Organisatorisches und Pädagogisches mit den Erzieherinnen. Mitglieder des Vereins sind die Eltern der betreuten Kinder. Scheidet ein Kind aus dem Kindergarten aus, endet auch die Mitgliedschaft.

Eltern wirken an der Gestaltung von Aktivitäten und Projekten mit, werden in grundsätzliche Entscheidungen mit eingebunden. Im Falle eines Urlaubes oder im Krankheitsfall einer Erzieherin werden die Eltern um Vertretung gebeten. Bei anfallenden Arbeiten, wie das Sauberhalten des Spielplatzes und der Räumlichkeiten, darf und sollte mitgeholfen werden.

Die Zusammenarbeit zwischen den Eltern und Erzieherinnen ist geprägt von Vertrauen, gegenseitigem Respekt, Offenheit, Kritikbereitschaft und Wertschätzung.

Alle Eltern können ihre Ideen in die pädagogische Arbeit und in den Gruppenalltag mit einbringen.

Wir erwarten von den Eltern:

  • Unterstützung und Eigeninitiative im pädagogischen Alltag, d.h. Aktionen mit zu tragen, zu initiieren und zu gestalten
  • das Mitteilen von Wünschen und Ideen sowie konstruktive Kritik

Unsere Kindergruppe wird durch einen Trägerverein verwaltet. Eltern müssen grundsätzlich bereit sein, sich an der Vereinsarbeit zu beteiligen und etwa einmal alle 8 Wochen im Kindergarten mitzuarbeiten. Wichtig sind

  • die Besetzung der Ämter gemäß Satzung
  • die Teilnahme an Vollversammlungen
  • die Mitarbeit in der pädagogischen Arbeit
  • die Übernahme von Fahrdiensten und Elterndiensten
  • die Teilnahme an Elternabenden

Es steht Eltern ausserdem frei, Aktionen mit den Kindern, nach Rücksprache mit den Fachkräften, zu planen und durchzuführen. Grundsätzlich sollen bei der Elternarbeit die familiäre Situation oder auch die Belange berufstätiger Eltern berücksichtigt werden. Wir wünschen uns, daß sich jede Familie kontinuierlich und so intensiv einbringt, wie es ihr möglich ist. Uns ist bewußt, dass in unterschiedlichen Lebensphasen ein unterschiedliches Engagement möglich ist.


Stellenwert der Kindergarten-Erziehung

Kindergarten-Erziehung ist nicht nur als Ort der Erfüllung gesetzlicher Vorgaben zu sehen, sondern als Chance für gesellschaftliches Miteinander. Der Kindergarten unterstützt und ergänzt die familiäre Erziehung. Er fördert die Persönlichkeitsentfaltung sowie die sozialen Kompetenzen und vermittelt den Kindern zusätzliche Entwicklungs- und Bildungschancen.

Unsere Erzieherinnen verstehen sich dabei als Entwicklungsbegleiterinnen, Wegbegleiterinnen und verlässliche Partnerinnen. Dabei stehen wir in ständigem Kontakt mit der Familie und legen Wert auf enge Zusammenarbeit.

"Kinder sollen mehr spielen, als sie es heutzutage tun. Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist, trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später sein Leben lang schöpfen kann." (Astrid Lindgren)


Unser Bild vom Kind

Kinder sind eigenständige Persönlichkeiten mit individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen. Wir nehmen die Kinder mit ihren Stärken und Schwächen an. Sie sind neugierig und offen und erforschen die Welt aus eigenem Antrieb mit allen ihren Sinnen.


Kinder haben Rechte

  • auf Liebe, Vertrauen und Geborgenheit
  • auf körperliche Unversehrtheit und Gewaltfreiheit
  • auf Geheimnisse
  • auf Neugierde und Risikobereitschaft
  • auf Erfahrungsräume drinnen und draussen
  • auf Fehler machen zu dürfen
  • auf Entwicklung im eigenen Zyklus
  • auf Freude, Glück und Spaß
  • auf Förderung ohne Überforderung
  • auf Aktivität, Ruhe, Entspannung und Bewegung
  • auf Bildung
  • auf Mitsprache und freie Meinungsäußerung


Ziele der pädagogischen Arbeit

Kinder können nur in einem Umfeld aktiv lernen und sich positiv entwickeln, in dem sie sich sicher und geborgen fühlen (kleine Gruppen).

Kinder brauchen Bewegung, denn sie vermittelt nicht nur Erfahrungen über die eigene Person, sondern auch über die soziale und räumliche Umwelt (Bewegungsspiele, Klettern, Erforschen und Erkunden der Umgebung).

Kinder lernen nachhaltig was sie interessiert und emotional bewegt. Um das Interesse aller Kinder zu wecken werden Themen möglichst vielseitig bearbeitet (z.B. passende Geschichten und Sachbücher, Exkursionen, Fingerspiele, Lieder, Experimente).

Kinder benötigen zur Entfaltung ihrer Kreativität jederzeit Zugang zu anregendem Material, viel Zeit und ausreichend Raum.

Kinder brauchen andere Kinder! In unseren Gruppen lernen die Kleinen von den Großen und die Großen von den Kleinen.

Kinder brauchen interessierte Erwachsene, die sie beim Lernen begleiten, unterstützen und herausfordern.

Kinder müssen aktiv am Lernprozess beteiligt sein und möglichst viel selbst nachdenken, handeln und experimentieren dürfen.

Kinder dürfen Fehler machen, "Versuch und Irrtum" sollen sie zur eigenen Fehlererkennung und -korrektur anregen.

Je ganzheitlicher und vielfältiger sich Kinder mit einem Thema befassen, umso besser lernen sie!


Pädagogischer Ansatz

Situations- und themenorientierter Ansatz

Situations- und themenorientiertes Arbeiten bedeutet ganz konkret:

  • Projekte werden so geplant, dass ihr Verlauf nicht festgelegt, sondern von den Kindern mitbestimmt wird
  • Kinder sind - altersgemäß - an Entscheidungen beteiligt, z.B. bei der Projektplanung, Raumgestaltung, usw.
  • Räume sind so gestaltet, dass unterschiedliche Spielbereiche nicht direkt einsehbar sind - Kinder brauchen Geheimnisse und Rückzugsmöglichkeiten
  • freier Zugang zu unterschiedlichen Materialien, die zum Spielen, Bewegen, Gestalten, Forschen und Experimentieren auffordern.
  • Eltern sind Erziehungspartner und am Alltagsleben der Kindergruppe beteiligt
  • Öffnung nach außen - wir erforschen die nähere Umgebung (Wald und Bordesholmer See), nutzen die Leihbücherei und machen Exkursionen im weiteren Umfeld, projektbezogen laden wir Gäste zu uns ein.

Natur-Spielpädagogischer Ansatz

Durch die direkte Lage am Wald und am See bildet die Natur-Spielpädagogik einen weiteren wichtigen Schwerpunkt unserer Arbeit. Im Wal erleben die Kinder Rhythmus der Jahreszeiten, durch Sinneserlebnisse (Theater-) Spiel und handwerkliches Gestalten werden Naturphänomene ganzheitlich und nachhaltig erfahren.

Hier dürfen sie ihren Bewegungsdrang ausleben, die kindliche Neugierde wird geweckt, und die Kinder lernen die Kreisläufe und Zusammenhänge der Natur kennen, um sie zu achten und zu schützen.


Das einzelne Kind

In unseren kleinen überschaubaren Gruppen kann sich das einzelne Kind leicht einbringen. Das bedeutet, dass wir darauf achten dass sich jedes Kind möglichst frei entfalten kann, wir das Kind mit seinen Bedürfnissen, Stärken und Schwächen ernst nehmen, wir seinen familiären uns sozialen Hintergrund kennen und aufmerksam seine Entwicklung beobachten, wir es darin unterstützen, eigene Lösungswege zu finden.

Dies fördert Selbständigkeit und Selbstvertrauen.

Das Zusammenleben in einer Gruppe erfordert das Einhalten von Regeln; diese geben dem Kind Sicherheit und Orientierung.

In Gesprächskreisen wird der Sinn bestehender Regeln besprochen und bei Bedarf deren Gültigkeit überprüft. Jedes Kind darf seine Meinung äußern, die anderen hören zu und erfahren dabei, dass es unterschiedliche Vorstellungen gibt.

Wir stärken die sozialen Kompetenzen des Kindes durch unser eigenes Vorleben und Verhalten im Alltag und vermitteln so gesellschaftliche Normen und Werte (wie z.B. Konfliktfähigkeit, Toleranz, Offenheit, demokratisches Verständnis).

Kein Kind muß, aber jedes Kind darf an Angeboten oder Aktionen teilnehmen. Wir achten aber auch darauf, dass altersgemäße Fertigkeiten erworben werden, die das Kind zum Erlangen der Schulfähigkeit benötigt.

Wir fördern ohne zu überfordern!!!


Wir Erzieherinnen

  • sind als Person durch unser Handeln ein Vorbild für die Kinder
  • begleiten und unterstützen die Entwicklung der Kinder
  • geben Impulse und bieten eine Umgebung, die das Lernen mit allen Sinnen ermöglicht
  • sind sowohl Mitspieler als auch Beobachter - so nehmen wir jedes Kind in seiner Individualität wahr und lernen seine Fähigkeiten und Interessen kennen.

Eine vertrauensvolle Basis, also eine sichere Bindung zwischen Erzieherin und Kind, bietet Schutz und Geborgenheit und ermöglicht so freudvolles, unbeschwertes Lernen.

Wir erreichen dies durch:

  • einen freundlichen liebevollen Umgang miteinander
  • gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung
  • Toleranz und Offenheit
  • Humor und unsere Freude an der Arbeit mit den Kindern

Wir sind uns unserer individuellen Stärken und Schwächen bewußt, dadurch handeln wir authentisch und sind somit glaubwürdig für die Kinder. Als Team gehen wir offen mit diesen individuellen Unterschieden der Erzieherinnen um und versuchen diese adäquat zu nutzen.

Wir sind offen für Neues! Dies bedeutet für uns:

  • mit den Kindern Neues entdecken und erforschen
  • von den Kindern lernen
  • unser Fachwissen auf Fortbildungen erweitern und vertiefen

 

"Nur wenn ein Kind sich sicher und angenommen fühlt, öffnet es sich für die Erkundung der Welt." (Martin Dornes - "Die frühe Kindheit")

Wir bilden uns weiter

Die Bildung und Vertiefung fachlicher Schwerpunkte ist für uns von großer Bedeutung.

  • Mehrmals im Jahr nehmen wir an Fachtagungen und Fortbildungen teil. Dies gewährleistet die Qualität unserer pädagogischen Arbeit.

Zur Zeit liegen unsere Schwerpunkte in folgenden Bereichen:

  • Musik (Musizieren, Singen)
  • Naturwissenschaftliche Experimente
  • Sprachförderung
  • Ernährung und Gesundheit

 

Teamarbeit

Dienstbesprechungen finden wöchentlich im Gruppenteam und 14-tägig mit allen Mitarbeiterinnen statt. Hier werden Beobachtungen am Kind analysiert, pädagogische und organisatorische Fragen geklärt, aktuelle Themen besprochen und neue Projekte, Feste und Ausflüge geplant. Die Mitarbeit der Eltern hat auch hier einen hohen Stellenwert. Alle Eltern dürfen sich gerne mit ihren Fähigkeiten, Berufen oder Ideen in den Kindergartenalltag einbringen.


Der Start - ein neuer Lebensabschnitt beginnt

Schon bevor ein Kind in die Kindergruppe aufgenommen wird, kann es mit seinen Eltern zu Besuch kommen. So lernt es die Erzieherinnen, die anderen Kinder und die Räume kennen.

Die Eingewöhnungszeit wird individuell auf das Verhalten des Kindes und die Wünsche der Eltern abgestimmt.

Dies kann so aussehen, dass die Eltern einige Tage oder auch Wochen mit  in der Einrichtung bleiben oder die tägliche Aufenthaltsdauer des Kindes in der Gruppe langsam gesteigert wird. Jedes Kind braucht seine Zeit, um eine sichere Bindung zu einer Erzieherin aufzubauen.

Abschiedsrituale helfen: z.B. Winken am Fenster oder "die Eltern aus der Tür schubsen".

Eltern werden, wenn nötig, angerufen und sollten deshalb, insbesondere während der Eingewöhnungszeit, telefonisch erreichbar sein.

Wir sind immer, nicht nur in der Eingewöhnungszeit, mit den Eltern im Gespräch.